07 - Migräne, der Paukenschlag in deinem Kopf

Shownotes

**Lust auf mehr? ** Wir leben in einer Welt, die Symptome bekämpft – statt ihre Botschaft zu hören. Dein Körper ist kein Störfaktor. Er ist dein Feedback-System. Der Körperkompass zeigt dir, wie du wieder mit ihm statt gegen ihn lebst.

Wenn Du mehr wissen möchtest schau doch auf meiner Homepage vorbei oder melde Dich unter hallo@bettina-nenninger.de

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Hier eine Auflistung der zum Teil erwähnten Studien und Quellen zum Nachlesen und Tieftauchen:

Stankewitz, A. & May, A. (2009) – Brain, 132(8): 2334–2344 → Zeigt, dass Migränepatient:innen eine niedrigere Reizschwelle haben und sensorische Reize weniger filtern – das Gehirn bleibt „übererregt“.

Coppola, G. et al. (2013) – The Journal of Headache and Pain, 14(1): 42 → Review zu „kortikaler Übererregbarkeit“ und fehlender Habituation – zentrale Grundlage für das Verständnis des überforderten Migränegehirns.

Charles, A. (2013) – New England Journal of Medicine, 368(10): 954–961 → Beschreibt die „Cortical Spreading Depression“ – die neuronale Welle, die bei vielen Migränepatient:innen die Aura auslöst.

Schulte, L. H. & May, A. (2017) – Nature Reviews Neurology, 13: 573–586 → Belegt die zentrale Rolle des Hypothalamus als Schaltzentrale bei der Attackensteuerung.

Maizels, M. et al. (2001) – Headache, 41(7): 694–701 → Zeigt Zusammenhänge zwischen Migräne, Perfektionismus und erhöhtem Verantwortungsgefühl.

Pompili, M. et al. (2010) – The Journal of Headache and Pain, 11(4): 351–357 → Psychologische Begleitmuster bei Migränepatient:innen – Selbstkritik, Pflichtbewusstsein, emotionale Überforderung.

Appel, S. et al. (2017) – Autonomic Neuroscience, 208: 51–57 → Nachweis einer Dysregulation des autonomen Nervensystems, insbesondere erhöhter Sympathikustonus bei Migräne.

Tracey, K. J. (2009) – Nature Reviews Immunology, 9: 418–428 → Beschreibt die „cholinergische antiinflammatorische Bahn“ – erklärt, warum vagale Aktivierung (z. B. Atmung, Summen) anti-entzündlich wirkt.

Global Burden of Disease Study (2021) – Lancet Neurology, 20(12): 973–1012 → Epidemiologische Daten: Rund 14 % der Weltbevölkerung betroffen, Frauen dreimal häufiger.

Lipton, R. et al. (2023) – Headache, 63(2): 198–210 → Zeigt Zunahme der Migräneprävalenz bei jüngeren Frauen, insbesondere im Berufsleben.

Ashina, M. et al. (2023) – Brain, 146(5): 1947–1962 → Überblick über neue Therapien, u. a. siRNA und Neuromodulation – aktuelle Pipelineforschung.

Tso, A. et al. (2024) – Cephalalgia, 44(1): 22–34 → Studien zu trigeminaler und vagaler Stimulation – Hoffnung auf individualisierte Akuttherapie.

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00:00:15: deine ganze Geschichte.

00:00:17: Und erwartet darauf, gehört zu werden.

00:00:20: Ich bin Martina, seit twenty-fünf Jahren Apothekerin, Psychosomatik-Coaching, mentale Projektoren und die Brücke zwischen der klassischen Schulmedizin und deiner inneren Weisheit.

00:00:32: Ich bin da für Menschen, die lange perfekt funktioniert haben und leise spüren, dass etwas nicht mehr stimmt.

00:00:39: Weil ich selbst dort war.

00:00:41: Und weil ich weiß, es gibt so viel mehr.

00:00:45: Hier bekommst du keine Lösungen von der Stange, sondern ehrliche Fragen, tiefe Sichtweisen, nicht krell, aber klar.

00:00:54: Ich spreche über Psychosomatik, das Nervensystem, die Körperweißheiten und vor allem über das, was zwischen den Zeilen heilt.

00:01:02: Willkommen, dein Platz ist schon warm.

00:01:05: Lass uns loslegen.

00:01:08: Vielleicht erinnert du dich an Monika.

00:01:10: Wir haben hier schon einmal über sie gesprochen.

00:01:13: Eine Frau, die nach außen alles im Griff hat.

00:01:16: zuverlässig, belastbar, beliebt.

00:01:19: Eine, auf die man sich verlässt, die selbst danach da ist, wenn andere schon längst nicht mehr können.

00:01:25: Und genau deswegen ist sie so unverzichtbar.

00:01:30: Bis zu dem Moment, an dem ihr Körper die Reißleine zog.

00:01:36: Nicht leise, nicht zart, sondern eher mit einem Paupenschlag.

00:01:41: Migräne.

00:01:42: Urplötzlich kompromisslos, gnadenlos.

00:01:47: Erst einmal, dann immer mal wieder und schließlich in einer fürchterlichen zunehmenden Regelmäßigkeit, die auch immer heftiger wurde.

00:01:57: Diese Attacken ließen ihr keine Wahl.

00:02:00: Sie legten sie lahm, nahmen sie spontan aus ihrem Alltag heraus, schalteten Licht und Geräusche ab, rissen ihr quasi den Stecker aus der Wand.

00:02:10: Und während ihr Umfeld weitermachte, saß Monika alleine in ihrem dunklen Zimmer, unfähig auch nur den kleinsten Reiz von außen auszuhalten.

00:02:22: Und genau da sind wir beim Thema dieser Folge, Migräne.

00:02:27: Nicht nur als Symptom, nicht nur als Schmerz im Kopf, sondern auch als eine Komplexe.

00:02:36: Und bitte verzeihe mir an dieser Stelle das Archäktiv durchaus faszinierende und tatsächlich zutiefst menschliche Erfahrung.

00:02:46: Wenn du selbst betroffen bist und dann weißt du, Faszination ist vielleicht nicht ganz das Wort, das dir im Einfall einfällt.

00:02:55: Da ist eher Verzweiflung, Hilflosigkeit, manchmal auch Wut.

00:03:01: Aber wenn wir tiefer hinschauen, dann offenbart die Migraine etwas, das weit über Schmerzen hinausgeht.

00:03:09: Sie erzählt eine Geschichte.

00:03:12: Unser Nervensystem über das Verhältnis zwischen Kontrolle und Unmacht und über die so ersehnte Ordnung, die plötzlich ins Chaos kippt.

00:03:26: Lass uns doch etwas tiefer eintauchen.

00:03:28: Was geschieht im Gehirn während einer Migräne-Attacke?

00:03:34: Migräne ist nicht einfach ein etwas heftigerer Kopfschmerz, wie es oft landläufig bei Nicht-Betroffenen heißt.

00:03:41: Migräne ist nicht weniger als ein Ausnahmezustand des gesamten Nervensystems, und der Hauptaustragungsort ist nun mal der Kopf.

00:03:51: Statistisch betrachtet zählt die Migräne weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.

00:03:58: Nach den Daten der Global Burden of Disease Study, im Jahr vu- t-o-t-o-n-t-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z-z.

00:04:08: Häufig ist sie zu finden zwischen dem dreißigsten und dem fünftigsten Lebensjahr, doch neuere Erhebungen zeigen, auch Jüngere sind zunehmend betroffen, insbesondere Frauen in der frühen Phase ihrer Berufstätigkeit.

00:04:27: Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich um eine sogenannte neurologische Regulationsstörung.

00:04:34: Das bedeutet, dein Gehirn verarbeitet Reize in dem Moment nicht so, wie es das sollte.

00:04:40: Geräusche, Gerüche, Licht, all das, was für andere Menschen und auch für dich normalerweise normaler Alltag ist, wird für dich plötzlich unerträglich.

00:04:52: Es ist, als würde jemand den Lautstärkeregler deines Gehirns auf volle Power drehen und egal was du tust, du bekommst den Knopf nicht heruntergedreht.

00:05:02: Studien zeigen, Menschen mit Migräne haben eine deutlich niedrigere Reizschwelle, ihr Gehirn filtert nicht.

00:05:10: Alles rauscht ungebremst hinein.

00:05:13: Häufig spielt dabei der Hypothalamus eine Schlüsselrolle, eine Region im Gehirn, die wie eine Schaltzentrale arbeitet.

00:05:20: Sie reguliert Hormone, den Schlafwachrhythmus, Stressreaktionen.

00:05:25: Und genau dort liegt der Knotenpunkt, an dem sich das Körperliche und das seelische Erleben begegnen.

00:05:33: Hier öffnet sich die Brücke zur Psychosomatik.

00:05:41: Ich sage das jetzt bewusst liebevoll und mit einem Augenzwinkern.

00:05:46: Migräne liebt Menschen, die nach Ordnung streben.

00:05:51: Diejenigen, die Sicherheit darin finden, wenn alles vorhersehbar, klar und kontrollierbar ist.

00:05:56: Menschen wie eben Monika, hoch sensibel, leistungsstark, zuverlässig.

00:06:02: Die Zügel lieber selber in der Hand als im Chaos der anderen.

00:06:07: Menschen, die oft besser organisieren als alle um sie herum und die dafür auch bewundert werden.

00:06:13: Doch genau darin liegt die Falle, denn sie können häufig schlecht Nein sagen.

00:06:19: Sie spüren früh, dass Chaos Ohnmacht bedeutet und Ohnmacht ist für sie kaum auszuhalten.

00:06:26: Und dann kommt ironischerweise die Migräne und wirft sie genau in so ein Chaos hinein.

00:06:32: Plötzlich unberechenbar gnadenlos.

00:06:36: Ein Kontrollverlust auf Zellebene.

00:06:38: Eine Art Notbremse, die das System zieht, wenn du es selbst nicht tust.

00:06:44: Dein Körper zwingt dich zur Ruhe, weil du es selbst nicht schaffst.

00:06:47: Er legt dich lahm, um dich zu schützen.

00:06:51: Eine Kundin von mir hat mir einmal in einer WhatsApp-Nachricht geschrieben, wenn meine Migräne Tinder hätte.

00:06:59: Also so ein, das ist so ein Dating-Portal für die, die es nicht wissen.

00:07:04: würde im Profil stehen Suche Perfektionistin mit ewig langer To-Do-Liste und Farbcoats im Kalender, Grenzensätzen optional bis unerwünscht.

00:07:16: Das fand ich in dem Moment total witzig, aber scherz beiseite.

00:07:20: Tatsächlich haben Studien aus dem Jahr two-thausend-eins und nochmal aus dem Jahr two-thausend-zehn als eine Art Nebenerkenntnis gesehen, das ich zitiere.

00:07:30: Persönlichkeitsklaster wie Pflichtbewusstsein und Perfektionismus in migräne Kohorten häufiger beschrieben werden.

00:07:39: Die Kausalität ist jedoch komplex.

00:07:42: Und darum, wichtig, wichtig, bitte verfalle nicht in einen Schuldbladen denken und vor allen Dingen nicht in Schuldgefühle.

00:07:50: Hör erst mal weiter, später kommt das Thema nochmal dran.

00:07:55: Lass uns doch aber an dieser Stelle etwas in die Vergangenheit zurückblicken, denn die Migraine begleitet uns schon seit Jahrhunderten.

00:08:03: Sean Hybo-Krates beschrieb sie als halbseitigen Schmerz, oft begleitet von Lichtblitzen oder Seestörungen.

00:08:11: Der bekannte griechische Arzt Galen von Pergamon, der im zweiten Jahrhundert nach Christi lebte, prägte den Begriff Hemikrania, aus dem sich der Name Mikraine entwickelte, damals noch mit AI, wahrscheinlich geschrieben.

00:08:26: und daraus kam eben die Migräne hervor.

00:08:30: Im Mittelalter deutete man Migränekranker als von Geistern geplagt oder etwas später schob man die Ursache auf eine angebliche Hysterie der Frau.

00:08:43: Nochmal später, im neunzehnten Jahrhundert, wurde die Migräne fast schon zu einer Art Statussymbol der höher gebildeten und feinsinnigen Gesellschaft.

00:08:55: Und im zwanzigsten Jahrhundert begann man dann endlich, Migräne als eine neurobiologische Erkrankung ernst zu nehmen.

00:09:04: Harold G. Wolff etablierte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die sogenannte waskuläre Theorie und prägte damit die moderne Kopfschmerzforschung.

00:09:15: Und trotzdem, bis heute wird Migräne oft bagatellisiert.

00:09:19: Ach komm!

00:09:20: Ein bisschen Kopfweh, das hat doch jeder mal.

00:09:23: Nimm halt eine Tablette und stell dich nicht so an.

00:09:27: Jeder von uns kennt diese zotischen Sprüche, dass man bzw.

00:09:31: Frau Migräne hat, wenn er oder sie keine Lust auf dies oder das hat und sich mutmaßlich der Situation entziehen möchte.

00:09:41: Wenn du betroffen bist, dann weißt du, wie verletzend und wie falsch diese Sprüche sind.

00:09:47: Migräne ist kein... bisschen Kopfweh.

00:09:50: Sie ist ein neurologischer Ausnahmezustand, der dich zwingt, dein Leben zu unterbrechen.

00:09:56: Jetzt und sofort.

00:10:00: Ich stelle hier eine These auf und wahrscheinlich kannst du mich aber darin auch bestätigen.

00:10:08: Migräne tritt nicht zufällig auf.

00:10:12: Besonders im Nachgang kann man oft nachvollziehen, warum der Anfall eben doch nicht ganz aus heiterem Himmel gekommen ist, sondern eher ausgelöst wurde durch einen Tropfen in einem eh schon gut gefüllten Fass.

00:10:29: Sie ist oft die Sprache des Körpers, wenn ein Kopf zu lange die Regie übernommen hat, wenn Funktionieren wichtiger war als das Bedürfnis nach abschalten, wenn Klarheit und Kontrolle alles andere verdrängen.

00:10:42: Dann schickt dein Körper dir eine radikale Erinnerung.

00:10:45: Stopp!

00:10:46: Es geht nicht mehr.

00:10:49: Typisch für die Migräne ist es, dass die Schmerzen halbseitig auftreten.

00:10:54: Symbolisch betrachtet könnte man sagen, eine Seite von dir schreit so nicht mehr, ich will gesehen werden und übertönt damit in dem Moment die andere Seite, die dein Leben so sehr bestimmt.

00:11:08: Die Migräne wäre damit nicht nur Schmerz, sie wäre ein innerer Protest.

00:11:15: Ein Aufschrei den du nicht mehr überhören kannst.

00:11:20: Was mir aber an dieser und an so vielen anderen Stellen wichtig ist, ist Folgendes.

00:11:26: Symbolik ersetzt auf keinen Fall die Biologie.

00:11:31: Aber sie kann helfen Verantwortung zurück in die eigene Hand zu legen, indem ich verstehe, was darunter sein kann und worauf ich vielleicht tatsächlich Einfluss nehmen kann.

00:11:46: Deswegen lass es noch mal in Richtung Biologie und Schulmedizin schauen.

00:11:51: Migräne hat viele bekannte Trigger.

00:11:54: Hormonelle Schwankungen, Stress, Schlafmangel, bestimmte Lebensmittel, Wetterumschwünge, Verspannungen und vieles, vieles mehr.

00:12:04: Aber die eigentliche Dynamik ist fast immer dieselbe.

00:12:08: Ein überreiztes Nervensystem, das schon lange im Hintergrund läuft und auf das sich nun ein Auslaser setzt, der das Fass zum Überlaufen bringt.

00:12:18: Die Gründe dahinter können so individuell sein wie wir Menschen, aber es läuft auf das gleiche hinaus.

00:12:25: Wenn dein Nervensystem dauerhaft auf Hundert Achtzig ist.

00:12:29: Wenn Cortisol und Atrenalin dich im Daueralarm halten.

00:12:33: Dann verliert der Körper irgendwann seine Fähigkeiten, sinnvoll Reize zu filtern.

00:12:38: Der Vargusnerv, unser innerer Sicherheitsdetektor, kippt aus der Balance.

00:12:44: Dein Körper glaubt, er sei in ständiger Gefahr.

00:12:47: Die Migräne ist in diesem Sinne eine extreme Schutzreaktion.

00:12:51: Sie zwingt dich in den Rückzug.

00:12:53: Sie macht die Welt klein, dunkel, leise, still.

00:13:00: Weil der Nervensystem nichts anderes mehr erträgt.

00:13:08: Nun, wenn wir jetzt schon bei der Schulmedizin sind, was hilft denn nun?

00:13:15: Natürlich gibt es Medikamente.

00:13:17: Die Klassiker sind die Klasse der Triptane, die tatsächlich nur bei Migräne greifen und nicht bei anderen Kopfschmerzarten und andere Analgetiker, die gegen die entzündlichen Prozesse und die Schmerzen helfen.

00:13:34: Daneben gibt es seit Jahrzehnten zwei große neue Klassen in der Medikation, die am sogenannten CGRP-System angreifen und entweder profilaktisch als Antikörper oder sogar akut helfen.

00:13:49: Das sind dann die Vertreter der sogenannten Gepanten oder Dietahne und mittlerweile so, so vielen Menschen deutlich helfen.

00:14:02: kommen dazu die sogenannten Co-Medikationen gegen die Begleitsymptome wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen.

00:14:10: In der Pipeline, sprich in der pharmazeutischen Forschung und in der Zulassung, sind derzeit sogenannte Small Interferring RNA-Therapien, die CRNA, die das bereits genannte CGRP direkt an der Quelle hemmen können sowie einige andere hoffnungserweckende Ansätze.

00:14:31: Die Schulmedizin hat damit einige wirklich gute Antworten auf Wiederkehren der Antikräneattacken und das ist unfassbar wichtig für ganz, ganz viele Patienten, die ansonsten quälende, schlimme Schmerzen erleiden würden.

00:14:47: Aber, und Achtung, ich stelle gleich eine Frage in den Raum, die dich eventuell triggern könnte, aber höchstwahrscheinlich für dich nicht unerwartet kommt, wenn du mich schon etwas länger kennst.

00:15:01: Ja, die Schulmedizin beantwortet nicht die Frage, warum dein Körper Migräne braucht, warum du deine Migräne brauchst.

00:15:15: Lass das mal sacken, wir kommen später noch mal darauf zurück.

00:15:19: Lass uns derweil erst mal schauen, wie vielfältig auf mehreren Ebenen du dich unterstützen kannst.

00:15:26: Zum Beispiel über deine Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel.

00:15:30: Nach aktuellen Studien scheint das Wichtigste zu sein, dass du starke Blutzuckerschwankungen vermeidest.

00:15:37: Die Theorie dahinter ist, dass sie das Gehirn in einer Art Energiesparmodus versetzen können, wenn der Blutzuckerspiegel nach unten rasselt.

00:15:45: Das bedeutet für dich regelmäßige kleine Mahlzeiten.

00:15:50: Ja, wichtig, auch Frühstücken bitte.

00:15:54: Am besten in Kombination mit dem, was man als Mittelmeer-Diet kennt.

00:15:59: Ein Migränetagebuch kann aufzeigen, welche Lebensmittel dein System überlasten, mit welchen du also besser vorsichtiger umgehst.

00:16:09: Viele Migräne-Patienten vertragen hochverarbeitete Lebensmittel nicht ganz so gut, also auch hier Augen auf.

00:16:16: Magnesium, B-Vitamine, hier vor allen Dingen das B-II, Coenzymen Q-X und Omega-III-Fettsäulen können nachweislich hilfreich sein, auch hier, bitte schau individuell, was für dich sinnvoll und gut ist.

00:16:33: Ein weiteres Puzzleteil kann sein, dein Nervensystem zu beruhigen.

00:16:37: Atemübungen, sanftes Yoga, progressive Muskelentspannung sei an dieser Stelle genannt, polivagal orientierte Methoden wie Summen oder Singen können helfen, den Vargusnerv zu stabilisieren.

00:16:52: Tatsächlich wurde dies durch eine Studie aus dem Jahr twohundert neun bestätigt.

00:16:57: Auch sanfte Naturlänge, weißes Geräusch, langsame Rhythmen oder bestimmte Frequenzen, wie zum Beispiel vierhundertdreißig Herz, können das Nervensystem effektiv regulieren.

00:17:11: Zu ätherischen Ölen streiten sich ein wenig die Studien.

00:17:16: Pfefferminzöl, Lavendel auch so oder auch etwas wie niedrig dosierter Weihrauch können in manchen Situationen unterstützend wirken.

00:17:25: In anderen wiederum eher kontraproduktiv wirken.

00:17:29: Probiere es für dich sanft aus.

00:17:33: Ganz wichtig wiederum aus meiner Sicht und komplett unverzichtbar.

00:17:39: Aus meiner Perspektive heraus ist ein sogenanntes erweitertes Migränetagebuch, das neben den normalen Triggermöglichkeiten wie Wetterlage, Zyklus, Ernährung, Schlaf usw.

00:17:51: auch ein erweitertes Journaling und Reflexion bietet.

00:17:54: Stell dir Fragen wie, was war in der Zeit vor dem Anfall?

00:17:59: Wo und warum stand ich unter Spannung?

00:18:01: Wo habe ich die Kontrolle zu sehr übernommen?

00:18:04: An welcher Stelle habe ich es versäumt, Grenzen zu setzen?

00:18:08: Und was wäre passiert, wenn ich an dieser Stelle nicht mit vollem Einsatz reingestehe?

00:18:30: Alles in Perfektion ausgeführt und organisiert, dabei jedoch permanent über meine eigenen Grenzen getrampelt.

00:18:38: Mir vor Augen zu führen, dass auch wenn ich in Anführungszeichen nur sechzig bis achtzig Prozent meiner Leistung gegeben hätte, mehr als ausreichend gewesen wäre.

00:18:50: und wahrscheinlich immer noch besser als das, was manch anderer abgeliefert hätte.

00:18:54: Das hat mich mit der Zeit deutlich entspannt.

00:18:58: Wenn du Lust hast, dann schau doch mal in die Shownotes.

00:19:01: Ich verlinke dir meine Version des Migränetagebuches, mit dem auch meine Kundinnen arbeiten.

00:19:07: Wichtig dabei ist, dass du zu Anfang erstmal nur notierst, ohne zu bewerten und ohne dich selbst runterzumachen.

00:19:15: Es geht tatsächlich erstmal nur darum, dich und deine Mechanismen besser kennenzulernen.

00:19:21: Und dann kannst du den nächsten Schritt gehen.

00:19:24: Ja, viele Betroffende und vielleicht erkennst du dich auch hier wieder, haben bestimmte Muster gemeinsam.

00:19:31: Sie sind häufig Verantwortungsjunkies.

00:19:35: Immer für alle da, selten für sich selbst.

00:19:37: Sie sind Klarheitsfanatiker.

00:19:39: Sie wollen alles verstehen, lösen, kontrollieren.

00:19:43: und überfordern damit ihr Nervensystem.

00:19:46: Sie sind selbstkritik Profis.

00:19:49: Innerlich begleitet von einem Ständigen, ich muss, ich sollte, ich darf nicht.

00:19:55: Gefangen im, was denken die anderen von mir?

00:19:59: Ja, und was macht der Körper?

00:20:00: Wir wissen es mittlerweile.

00:20:02: Er zieht die Notbremse.

00:20:03: Er reißt den Stecker raus und er schickt dich ins Dunkelzimmer, damit du endlich wieder zu dir findest.

00:20:10: Ja, und an dieser Stelle hatte ich in meiner Ausarbeitung einen total schönen, geschmeidigen Übergang in meine Schlusssequenz stehen.

00:20:19: Aber ich mache doch noch mal was anderes.

00:20:22: Denn ich möchte doch noch mal etwas in aller Deutlichkeit betonen, weil da draußen so viel Missverständnisse unterwegs sind und so viel... Ungerechtigkeit auch den Migräne-Patienten passiert.

00:20:42: Die Migräne ist eine Erkrankung, die den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht.

00:20:47: Es handelt sich um heftigste Schmerzen und einen Zustand, der einfach kaum etwas anderes zulässt.

00:20:56: Häufig ist die Veranlagen zur Migräne erblich.

00:20:59: Die Gründe, aus denen ein Anfall ausgelöst werden kann, sind extrem vielfältig und komplex.

00:21:05: Ich hoffe, dass es durch diese Folge klar geworden.

00:21:09: Es soll hier auf gar keinen Fall darum gehen, irgendjemanden eine Schuld an den Attacken zu geben, nur weil bestimmte Wesenseigenschaften zutreffen könnten.

00:21:20: Es geht mir darum, in aller Vielschichtigkeit zu verstehen, was einen Anfall auslösen kann und dann dir die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie du für dich die Verantwortung übernehmen kannst und bestimmte Faktoren aus der Gleichung.

00:21:37: herausnehmen kannst, um die Anfallfrequenz für dich zu senken.

00:21:44: Und genau hier liegt das, Achtung, Achtung, jetzt kommt ein komisches Wort in diesem Zusammenhang.

00:21:50: Genau hier liegt das Geschenk, das dir deine Migräne machen kann, wenn du mutig bist.

00:21:57: Mein Rat an dich aus tiefsten Herzen ist folgender.

00:22:01: Geh für dich los.

00:22:03: Nimm dich ernst.

00:22:05: Hör auf dich und deinen Körper.

00:22:08: Und schaue, was wiederkehrende Faktoren sind.

00:22:12: Was bedeuten sie?

00:22:13: Und wie kannst du da für eine Entspannung in deinem System sorgen?

00:22:19: Manches kann man vielleicht leichter umsetzen, zum Beispiel, keine Ahnung, den Rotwein weglassen, wenn das einer der Trägerfaktoren ist.

00:22:29: Manches erfordert aber auch tatsächlich intensives Hinterfragen und Hinschauen.

00:22:35: Und ja, ganz häufig liegt das Schlüssel daran, die Grundanspannung deines Nervensystems zu senken, damit einzelne Triggerfaktoren wie das Wetter oder keine Ahnung, die Deadline für dein nächstes großes Projekt alleine nicht mehr ausreichen, um einen Anfall zu provozieren.

00:22:57: Ich, in meiner Rolle als Coaching für Psychosomatik, bin für Menschen wie dich da.

00:23:03: Ich begleite dich durch das, was aktuell ist.

00:23:06: und schaue mit dir hinter die Kulissen.

00:23:08: Und ich helfe dir, deinen roten Faden in dem Wirrwart zu finden, sodass sich dein Körper und damit auch dein Leben entspannt und neu ordnet.

00:23:19: Es geht so viel mehr.

00:23:22: So vieles wird leichter und es lohnt sich so, so sehr.

00:23:27: Ich packe dir auch die Infos dazu in die Show Notes, ebenso wie mein Migränetagebuch, dass dir jetzt gleich schon hilft, Erkenntnisse zu sammeln.

00:23:36: Bitte nimm erst mal Folgendes mit.

00:23:39: Wenn du Migräne hast, dann bist du nicht schwach.

00:23:43: Du bist nicht empfindlich.

00:23:45: Du bildest dir nichts ein.

00:23:48: Dein Körper spricht.

00:23:50: In deinem Fall schreit er sogar, weil du ihn zu lange nicht gehört hast.

00:23:56: Auch das ist keine Anschuldigung.

00:23:58: Neunzig Prozent aller Menschen tun das nicht.

00:24:01: Wir haben es einfach nicht gelernt.

00:24:04: Migräne ist äußerst unbequem.

00:24:07: Migräne ist schmerzhaft.

00:24:09: Sie ist oft gnadenlos.

00:24:12: Aber sie ist kein Mangel.

00:24:13: Sie ist kein Defekt.

00:24:15: Sie ist eine radikale Einladung an dich auf Zellniveau.

00:24:19: Eine Einladung, dich zu fragen, wo darf ich loslassen?

00:24:24: Wo darf ich weicher werden?

00:24:26: Wo darf ich mich selbst wieder spüren, bevor mein Körper das für mich übernimmt?

00:24:32: Und wenn du jetzt das Gefühl hast, dich ein kleines bisschen besser zu verstehen, dann hat diese Folge ihren Sinn erfüllt.

00:24:39: Teile sie doch gerne mit Menschen in deinem Umfeld, die auch davon profitieren können.

00:24:45: Danke, dass du hier bist.

00:24:47: Danke, dass du zuhörst, dein Körper spricht und du lernst, zuzuhören.

00:24:52: Und ich feier dich so, so sehr dafür.

00:24:57: Danke, dass du da warst.

00:24:58: Wenn dich etwas berührt hat, nimm es mit, lass es wirken, lass es sacken.

00:25:03: Und wenn du spürst, dass das hier mehr war als nur ein Podcast, sondern vielleicht der Anfang von etwas, dann folge mir und komm zurück, wenn du magst.

00:25:12: Hier ist Platz für dich, immer wieder.

00:25:14: Und bis dahin vertraude einem Körper, er weiß mehr als du denkst.

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